Ende März diesen Jahres besuchte Reinhard Leistner gleich drei unserer IKM-Familien – El-Kaakours in Eswatini sowie Hoffmanns und Schitteks in Südafrika. Reinhard berichtet:
Einblicke aus Eswatini – wenn Gottes Königreich inmitten eines Königreiches wächst!
Meine Reise in das kleine Königreich Eswatini, am Rande von Südafrika, hatte ein klares Ziel: den Dienst unserer Mitarbeiter Akki und Alli El-Kaakour kennenzulernen. In nur vier Tagen durfte ich erleben, wie klar und konkret die Prinzipien des Reiches Gottes gelebt werden können, wenn Menschen bereit sind, Jesus als ihrem König zu folgen.
Familie El-Kaakour wurde von Gott mit einem schönen Haus mit Garten beschenkt – ein sicherer Rückzugsort für ihre beiden Töchter und ihren Pflegesohn und zugleich ein Zentrum für die nationale Royal-Rangers-Arbeit. Dort entsteht Material für neue Ranger-Gruppen (“Outposts”) im ganzen Land – oft in direkter Verbindung mit Gemeindegründungen der Muttergemeinde Potterswheel Church. Passend heißt ihr neu gegründeter Verein: Anvil Ministries – „Amboss“ – eben weil dort geistliches Werkzeug geschmiedet wird.
Besonders berührt hat mich die Geschichte von Noni (geänderter Name) einer jungen Frau aus dem Waisendorf „Bulembu“. Ihre Kindheit war von Schmerz geprägt, denn die eigenen Eltern hatten sie und ihre Geschwister einfach verlassen – doch in Bulembu fand sie ein neues Leben und heute zählt sie zu den engagiertesten Mitarbeiterinnen im Royal-Ranger-Dienst. Selbstständig lernte sie Deutsch und begrüßte mich strahlend mit: „Hallo! Wie geht es dir?“
Ein Höhepunkt war der Besuch einer Royal-Ranger-Stammgründung, bei der über 100 Kinder auftauchten – ich weiß bis heute nicht, wo sie alle herkamen. Denn auf dem Weg dorthin hatten wir stundenlang kaum Häuser gesehen, nur Busch und unbefestigte Wege. Eingeladen waren sie vom Pastor, der früher als Sangoma, also als spiritueller Heiler, tätig war. Eine Vision veränderte damals sein Leben: Gott gab ihm ein Feuerzeug in die Hand und sprach: „Geh hinaus in die dunkle Nacht.“ Die kleine Flamme zeigte ihm Menschen, getrennt von Gott und in großer Qual. Dieses Bild gab ihm die Kraft, sich aus seinem Beruf als Wahrsager zu lösen, um Gott ganz nachzufolgen.
Es ist bewegend zu sehen, wie Gott sein unsichtbares Königreich sichtbar macht – durch treue Menschen, klare Berufungen und lebendige Gemeinden. Und durch Mitarbeiter wie Akki und Alli, in deren Herzen ich übrigens noch viele weitere Träume entdeckt habe.


Meine Erlebnisse in der südafrikanischen Savanne mit Bodo Hoffmann und seinem Team sind kaum in Worte zu fassen – man muss es selbst erlebt haben: die Hitze, der Sturzregen, das Plumpsklo beim Nachbarn, aber vor allem die Begeisterung im Zelt, wenn Besucher im Rhythmus der Musik mitgehen.
Nur Menschen wie Bodo und seine Frau Katja halten solch eine Herausforderung über zwei Jahrzehnte durch – gemeinsam mit einem großartigen Team: Zulus, die ihre eigene Kultur und Sprache leben und lieben, und so authentisch Menschen erreichen.
Einer von ihnen ist Mabo (Name geändert). Er stammt aus dem Gebiet, in welchem Bodo diesmal das Zelt aufgebaut hatte. Bei der großen (und lauten) Einladungsaktion traf er auf seine Mutter – ein bewegender Moment. Vor Jahren war er selbst mit drei Freunden gekommen, als das Zelt in dieser Region von KwaZulu-Natal stand. Aber damals kamen sie nicht, um die Predigt zu hören, oder die Musik zu feiern, sondern um die Veranstaltung zu stören – bewaffnet mit Steinen und Messern. Doch Gottes Plan war ein anderer. Nachdem zwei dieser Freunde starben, der dritte ins Gefängnis musste, erinnerte sich Mabo an einige Worte, die er sich von Bodos Predigt gemerkt hatte und entschied sich für ein Leben mit Jesus. Heute steht er auf derselben Bühne, die er einst mit Steinen bewarf – und singt für Gott.



Hoffnungsboten am Kap der Guten Hoffnung
Am letzten Teil meiner Reise besuche ich noch Gottfried und Susanne Schittek, die schon fast 20 Jahre hier arbeiten. Dort, wo Menschen aus Malaysien und Madagaskar als Sklaven angeschleppt wurden, sind die Spuren von Ungerechtigkeit und Apartheid noch immer spürbar. Der Islam ist in Kapstadt stark präsent, z.B. im Viertel Bellville, das von Händlern aus Ostafrika dominiert wird. Jeden Freitag besucht Gottfried mit seinem Team diesen Stadtteil, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen – kurz vor ihrem Gebet in der Moschee.
Ein starker Kontrast zu dieser reichen Stadt am Kap, sind die Townships: Orte extremer Armut, geprägt von Drogen, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit. Seit über zwanzig Jahren sind Gottfried und sein Team – zum Teil bestehend aus ehemaligen Muslimen, Gangmitgliedern und Drogenabhängigen – dort unterwegs. Bei meinem Besuch traf ich auf Menschen in einfachsten Hütten, deren Gesichter trotz Krankheit und Mangel vor Hoffnung leuchteten – erfüllt von der Liebe Christi.
Susanne konzentriert sich auf die Frauen in diesen Milieus, welche besonders verletzlich sind. Sie hat einen behutsamen Zugang zu ihren Herzen gefunden. Unerschrocken begleitet sie ihren Mann sogar bis nach Burundi und Ruanda – in Regionen, die selbst Leiter von hiesigen Missionswerken kaum je betreten haben.
